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- Prof. Dr. Jochen Gebauer
- Dr. Jennifer Eck
- M.Sc. Tobias Ebert
- M.Sc. Theresa Entringer
- Dipl.-Psych. Andreas Nehrlich
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Herzlich willkommen bei der Heisenberg-Professur für
Kulturvergleichende Sozial- und Persönlichkeitspsychologie

wir beschäftigen uns mit der umfassenden Beforschung des Selbstkonzepts aus sozial- und persönlichkeitspsychologischer Perspektive. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine kulturvergleichende Herangehensweise mit dem Ziel universelle Prozesse des Selbstkonzepts zu identifizieren und zu verstehen.

Das Projekt unserer Emmy-Noether-Gruppe "Self & Society" ist ein gutes Beispiel für unsere generelle, wissenschaftliche Herangehensweise. Im Emmy-Neother-Projekt beschäftigen wir uns mit der Überprüfung unserer "Sociocultural Motives Perspective on Self and Personality" (Gebauer, Paulhus, & Neberich, 2013). Diese Theorie geht davon aus, dass hohes Agency (Dominanz, Kompetenz, Tatkräftigkeit) bei Menschen das Motiv anstößt, gegen den soziokulturellen Strom zu schwimmen, während hohes Communion (Hilfsbereitschaft, Vertrauenswürdigkeit, Wärme) das Motiv anstoßen sollte, mit dem soziokulturellen Strom zu schwimmen. In anderen Worten, hohes Agency führt dazu, anders sein zu wollen als die meisten Menschen im eigenen soziokulturellen Umfeld, während hohes Communion dazu führt, diesen anderen Menschen ähnlich sein zu wollen.

Das Zusammenspiel von Agency und Communion mit den soziokulturellen Motiven nach Andersartigkeit und Ähnlichkeit ist wichtig, um zu verstehen wo und warum Agency und Commmunion das menschliche Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Ein Beispiel kann dies am besten verdeutlichen: Sagt hohes Agency und/oder hohes Communion vorher, ob Menschen religiös sind? Nach der Sociocultural Motives Perspective hängt die Antwort auf diese Frage davon ab, ob man Menschen untersucht, die in einem religiösen Umfeld leben, oder ob man Menschen untersucht, die in einem säkularen Umfeld leben. In einem religiösen Umfeld sollte hohes Agency zu relativ geringer Religiosität führen, da agentische Menschen dort durch geringe Religiosität ihr Bedürfnis nach Andersartigkeit befriedigen können. In einem religiösen Umfeld sollte jedoch hohes Communion zu relativ hoher Religiosität führen, da kommunale Menschen hier durch hohe Religiosität ihr Bedürfnis nach Ähnlichkeit befriedigen können. Konkret gesagt sollte also in den USA (einem relativ religiösen Land) hohes Agency zu geringerer Religiosität führen, während hohes Communion in den religiösen USA zu hoher Religiosität führen sollte.

In einem säkularen Umfeld jedoch sollte hohes Agency zu relativ hoher Religiosität führen, da agentische Menschen dort durch hohe Religiosität ihr Bedürfnis nach Andersartigkeit befriedigen können. Zugleich sollte in einem säkularen Umfeld hohes Communion zu relativ niedriger Religiosität führen, da kommunale Menschen hier durch niedrige Religiosität ihr Bedürfnis nach Ähnlichkeit befriedigen können. Konkret gesagt sollte also in Schweden (einem sehr säkularen Land) hohes Agency zu relativ hoher Religiosität führen, während hohes Communion im säkularen Schweden zu relativ niedriger Religiosität führen sollte. Unsere Sociocultural Motives Perspective hat sich bisher in vier Publikationen bestätigt (Gebauer, Bleidorn, Gosling, Rentfrow, Potter, & Lamb, 2014; Gebauer, Leary, & Neberich, 2012; Gebauer, Paulhus, & Neberich, 2013; Gebauer, Sedikides, Lüdtke, & Neberich, 2014).

-- Prof. Dr. Jochen Gebauer